Der Ski-Club Altstetten wurde 1934 gegründet. Im Verlaufe seines 71 jährigen Bestehens erlebte er viele Höhen und einige Tiefen. Blättern Sie in der Chronik, die zum 50 jährigen Bestehen des SCA veröffentlicht wurde.

 

Vom Bau des Ferienhauses

Im Jahre 1937 wurde in dem noch sehr jungen Skiclub der Entschluss gefasst, ein eigenes Skihaus zu bauen. Die erste Bauetappe fiel in die Zeit von 1938-42. Der Preis von 2 Franken für den Quadratmeter Boden von der Gemeinde Haslen musste von den Mitgliedern an der Versammlung wohl oder übel akzeptiert werden. Somit konnte endlich mit der Arbeit am 31. Juli 1938 begonnen werden. Das Bauprogramm von Bauführer Hans Frech sah ca. 100 Sonntage mit über 131000 Arbeitsstunden vor, um im September 1939 die Einweihung feiern zu können. Doch durch den Krieg lief dann in der Folge alles ganz anders. Ab Juli 1938 fuhr nun an Wochenenden der "Schibli-Express", ein 2,5 Tonnen-LKW mit Verdeck und rohen Bänken, mit 10 bis 25 Leuten ins Glarnerland.Dort musste der einstündige Marsch hoch zur Baustelle materialtragend bewältigt werden, denn es gab keine fahrbare Strasse. Die Frondienstler zeichneten sich durch grossen Idealismus aus. Mit Eifer wurden in der oberen Auen die für das Mauerwerk benötigten 80 m3 Steine gesucht und gesprengt. Die 75 m3 Bauholz für den für das Haus gewählten Strickbau wurden gleicherorts auf einer dort installierten Feldgattersäge vorbereitet. Mit Schlitten, Motorseilwinde, Rutschbahn und natürlich viel Schweiss wurde das Material über die Alp hinab oder wie Sand und Zement in mühsamen halbstündigen Märschen zur Baustelle hinauf gewuchtet. Gleichzeitig setzten die Berufsleute mit Handlangern das Mauerwerk. Für das Hobeln und Kehlen der Balken wurden eine 2,5 Tonnen schwere Maschine gemietet, welche unter einem dramatischen Männer/Pferde Kräftemessen zur Auenalp geschafft wurde und dort wertvolle Dienste leistete. Der Strickbau wurde zusammengefügt, der erste Stock mit Stube und Küche waren fast fertig, da platzte wie ein Donnerschlag die Mobilmachung über uns herein. Aus war der Traum vom baldigen Einzug; am 2. September 1939 tauschten die meisten Mitglieder Pickel und Schaufel mit Gewehr und Tornister. Nur einige wenige Kameraden blieben zurück und konnten das offene Haus notdürftig mit Dachpappe abdecken. Jetzt kam als neues Hindernis die Requirierung des LKW's, das bedeutete Velotouren von je 80 km zur Fronarbeit und wieder nach Hause. Erst im Herbst 1940 konnten Kriegsurlauber und einige Helfer den Strickbau fertig erstellen und das Dach aufsetzen. Durch die Ablösungsdienste in der Armee konnten mit der Zeit immer wieder kleine Gruppen am Werk weiter bauen. In der Schreinerei Müller wurde inzwischen der Innenausbau vorbereitet und damit hiess es wieder Material auf die Auenalp zu tragen. Dies waren 13 Türen, 16 Doppelfenster und dazu ca. 150 m2 Blech in Rollen für das Dach und die Terrassenabdeckung. Erst im Winter 1941/42 gelang es einzelnen kleineren Gruppen von "Urlaubern" den Innenbau voran zu bringen. Alle verfügbaren Handwerker des Vereins wurden aufgeboten, um das Haus wohnlich zu gestalten. Dann wurde es Zeit an die Schlafstätten zu denken. Liebevoll brachte man eines Samstags die Matratzen ins neue Haus.
Das kleine Hüttli namens "Idyll", das uns bis jetzt Herberge war, konnte geräumt werden und die müden Glieder durften sich im neuen Haus auf EMBRU-Matratzen ausruhen. Eine ständige Sorge in all den Zeiten war die Beschaffung der Finanzen. Aber immer wieder fand der geplagte Kassier Fred Erni neue Quellen und Auswege für die Zahlungen, sodass der SCA seinen Verpflichtungen nachkommen konnte.
Endlich, am 17. Oktober 1942 konnte der SCA die Einweihung seines Hauses feiern. Mit der Bahn fuhr man für 6 Fr. Zürich-Haslen retour. Am Samstag war "Hausräuchi" mit "Folgen". Am Sonntag um 10.30 Uhr konnte der Präsident Hans Schmidbauer das Fest eröffnen. Die offiziellen Redner steuerten ihr Bestes bei und Pfarrer Wichser von Schwanden gab seinen Segen. Es waren glücklicherweise alle da, die mit dem Hausbau irgendwie zu tun hatten. Nach dem Einpflanzen einer Eiche wurde im Restaurant Tannenberg für 3 Fr. ein festliches Mittagessen offeriert: Suppe, Fleisch, Gemüse und Dessert. Offiziell war das Skihaus nun fertig und bereit Gäste aufzunehmen. Für viele Clubkameraden war es auch deshalb eine Erleichterung, weil der bevorstehende Winter endlich wieder ein Skiwinter sein durfte. In den vergangenen Wintern wäre es Hohn gewesen Ski zu fahren, während die anderen im und am Haus schufteten. So fand Ende 1942 eine Episode in unserem Skiclub ihren Abschluss. Neu stellte sich aber die Frage: Wie wird das Clubleben durch das Haus beeinflusst und wie weit werden unsere Erwartungen betreffs Belegung des Hauses erfüllt? All diejenigen, die mitgewirkt haben, werden mit berechtigtem Stolz, aber auch mit Wehmut an die kameradschaftlichen Stunden zurückdenken. Der gute Geist der Erbauerzeit möge auch die nachfolgenden Generationen im SCA begleiten und für ein lebendiges Clubleben sorgen.