Monsterskirennen vom 24./25. März 2006.Bereits zum zweiten Mal nahmen wir am letzten März Wochenende am 24 Stundenrennen auf Grüsch-Danusa teil. Aus den Erfahrungen vom letzten Jahr hatten wir einiges gelernt und so gab es ein paar Änderungen in unserer Vorbereitung, die sich im Nachhinein als sehr nützlich erwiesen haben. So hatten wir in diesem Jahr mit der Freundin von Oli und dem Bruder von Oli zwei Betreuer, die uns während dem ganzen Rennen sensationell mit Essen und Getränken unterstützt haben. Die Verpflegung und Betreuung auf dem Sessellift war unglaublich wichtig. An dieser Stelle nochmals herzlichen Dank für die hervorragende Unterstützung. Die nächste Änderung war, dass dieses Mal alle Teilnehmer genügend früh zur Besichtigung eintrafen und während einer Stunde die Gelegenheit nutzten, sich auf die Piste einzustellen und den einen oder anderen Sprung einmal auszuprobieren. Okay, das mit dem zu spät ankommen im letzten Jahr gilt nicht für alle, respektive nur für einen, doch der Schreiber dieses Textes, weiss wovon er schreibt...  So weit so gut, die Vorbereitungen hatten wir im Griff. Die Vorbereitungen sind auch ungefähr das einzige, was man selber in den Griff bekommen kann, sobald der Startschuss gefallen ist, hat einem das Rennen im Griff. 

In diesem Jahr gab es ferienbedingt (offizielle Begründe der Absenz von Roger) einen Wechsel in unserem Team. Lolo Bertschmann ist neu als Rookie zu unserem ?erprobten" Team mit Oli Bieger, Silvana Schwarb und mir dazu gestossen. Prompt gab es bereits zu Beginn die ersten Reibereien im Team durch die neue Zusammensetzung. Die ?Ehre" und das wunderbare Vergnügen den Le Mans-Massenstart zu bestreiten, wurde Oli durch Lolo streitig gemacht - oder so ähnlich (ich war auf jedenfall froh, dass ich nie zur Diskussion stand). Den Massenstart muss man sich so vorstellen: In einem Zelt stehen die Startläufer der 25 Teams und warten auf den Startschuss. Sobald dieser erfolgt ist, spurten die Teams los und absolvieren einen Spurt von rund 500m im sulzigen Schnee (was die Sache gar nicht einfacher macht) zu ihren vorbereiteten Skis. Diese wurden auf einer Fläche rund 15 Höhenmeter unterhalb des Starts bereit gelegt (jetzt weiss ich auch wieder was wir vergessen haben: Den Schneeabstreifer für die Schuhe). Sobald sich der Startläufer bei den Skis eingefunden hat, gilt es den Hang hinauf zu ?stöckeln" und durch den Startbogen sich auf die erste Abfahrt zu begeben. Ihr seht, eine wahre Freude. Die Frage, wer nun starten soll, wurde schlussendlich durch Münzenwerfen entschieden. Lolo kam als Sieger des Duells heraus. Vielleicht muss hier noch angefügt werden, dass die ganze Sache vielleicht doch nicht so freiwillig war - aber man weiss es nicht so genau...
Um 20:30 Uhr erfolgte dann der lang ersehnte Start. Lolo, gut erkennbar mit seinem ? Bernhard Russi Helm" aus dem Jahr 1972, hatte einen hervorragenden Start und reihte sich auf der ersten Abfahrt im vorderen Mittelfeld ein. Wie wir im Nachhinein feststellten, erwies sich dieser gute Start noch sehr lange als schwierig aufzuholender Vorsprung gegenüber anderen, sehr ambitiösen Teams. Die Nachtstrecke war erneut ein sehr direkt und schnell gesetzter Super-G mit einem ?offiziellen" Sprung in der Mitte und noch etwa zwei drei mühsamen, kleinen und unerwarteten Wellen gegen Ende des Laufs. Leider kann beim 24 Stundenrennen nicht einfach wie beim normalen Skifahren unten an den Lift angestanden werden, dies wäre nicht Monster würdig. Nein, es hat zu guter letzt, wenn einem die Beine brennen und man sehnlichst auf den Sessellift wartet, noch eine Steilwandkurve und im Anschluss muss man wieder gegen den Hang hochfahren, um an den Sessellift zu gelangen. Dem ist jedoch noch nicht genug, vor der Liftschranke befinden sich noch meterweise Gummimatten, welche die Fahrt abrupt verlangsamen (bei den einen zu mindest). Für die Fahrer der schnellsten Teams waren die Steilwandkurve und diese Gummimatten kein Hindernis und so kam es, dass es Fahrer gab, die schon fast über das Sessellift-Rollfeld hinaus fuhren (ein Traum!). Dies wäre eigentlich auch noch ein Punkt, den wir eigentlich bereits aus dem letzten Jahr gelernt hätten. Es war klar, dass man am meisten Zeit bei diesen beiden Passagen verlieren würde, doch die Umsetzung hat irgendwie nicht ganz so funktioniert (bei mir zumindest). Gefahren und gewechselt wurde in Stundenabständen. Durch die relativ warmen Temperaturen verschlechterte sich der Pistenzustand im Laufe der Nacht. Es werden in der Nacht immer zwei gleichwertige Läufe gesteckt, so dass nach einer bestimmten Zeit auf den zweiten Parcour gewechselt werden kann. Unser Team konnte sich lange um den 11-14 Rang einreihen. Im Gegensatz zum Vorjahr gab es dieses Jahr nicht so viele Unfälle wie im letzten Jahr und so war die Ausfallquote der Teams praktisch null.  Um 10 Uhr morgens wurde dann von dem angeblichen Riesenslalom auf den Ski-Cross gewechselt. Dieser bestand aus einer ersten grossen Schanze, gefolgt von einer zweiten, die über einen Wassergraben führte. Kaum gelandet hiess es wieder Stöcke unter die Arme und weiter geht's in der Hocke. Man fuhr dann ziemlich direkt auf zwei Steilwandkurven zu (Rattlesnake). Auch diese erwiesen sich je länger je schwieriger zu fahren. Die Schneequalität wurde durch die hohen Temperaturen schnell schlecht und entsprechende Schläge waren in den Kurven auszumachen (Challenge). Auf die Rattlesnake folgt ein Kamelbuckel, der gut übersprungen werden konnte, bevor es auf die lange Zielgerade losging. Im Anschluss kam wieder die gleiche Geschichte mit der Steilwandkurve und den Gummimatten. Während dem Ski-Cross machten sich meine Beine respektive die Oberschenkel ziemlich bemerkbar. Die lange Zielgerade war zum Teil tödlich, die Beine waren übersäuert und man wusste genau, die Steilwandkurve kommt erst und deren Zustand wurde nicht besser im Laufe des Tages. So kam es auch, dass es vermehrt zu Stürzen in der Steilwandkurve kam, die zum Teil sehr gefährlich für die Läufer jedoch auch für die direkten Verfolger werden konnten.

Unser Team hat sich im Verlaufe des Tages auf dem 14. Platz eingependelt. Nach vorne war nicht mehr viel auf zu holen und nach hinten war die Sache auch mehr oder weniger abgesichert. Doch dann plötzlich geschah es! Durch den Speaker wurde der SC Altstetten aufgefordert, sofort einen Ersatz aufzustellen. Oli war gerade eine Viertel-Stunde auf der Piste und irgendetwas muss geschehen sein, doch keiner wusste so genau was. Unsere Skis waren alle gerade beim Wachsservice und so verzögerte sich unser Ersatz einwenig. Wie sich im Nachhinein herausstellte, war eine andere Person hinter den Kamelbuckeln, angeblich seine Skibrille suchend, als Oli über die Buckel sprang. Er sah die andere Person erst im letzten Moment und es blieb ihm keine andere Wahl, als sich noch so gut wie möglich abzuwenden, doch der Zusammenstoss war unausweichlich! Oli hat sich die eine ganze Körperseite stark geprellt und die andere Person musste mit dem Schlitten abgeholt werden (ich glaube Schlüsselbeinbruch). Durch diesen tragischen Unfall fiel Oli aus und wir waren noch zu Dritt unterwegs.

Im Verlaufe des Nachmittags stiess noch unser Fan-Club dazu, der uns tatkräftig unterstützte. Die Zeit vom Nachmittag bis zum bitteren Ende zog sich dann mühselig hin. Sehr erleichtert waren wir, als es dann endlich wieder 20:30 Uhr war und wir die 24 Stunden überstanden hatten. Schlussendlich hatten wir den 16. Platz (Vorjahr 18) erreicht mit einer Rundenzahl von 216 Runden (Vorjahr 214). Gewonnen hat schlussendlich das Blizzard Team mit Urs Kaelin. Das Ende wurde nochmals dramatisch! Das führende Team hat rund 10 Minuten vor Schluss einen Skibruch erlitten. Der führende Fahrer ist dann nur mit einem Ski auf den Lift gefahren, was gemäss Reglement nicht erlaubt ist, und hat entsprechend eine 4 Minuten Strafe absitzen müssen. Entsprechend wurden diese im Anschluss von den Zweitplatzierten überholt und sie vielen auf den vierten Rang zurück.

Bei der anschliessenden Rangverkündigung gab es doch noch einen klein Trost für Oli, er bekam den DUL-X Preis für den grössten Pechvogel vom Tag. Alles in allem war es wiederum ein gelungener Anlass. Es hat Spass gemacht und war wiederum eine tolle Herausforderung. Der Fan-Club zusammen mit Silvana, Oli und Lolo vergnügten sich im Anschluss noch am Fuxival-Musikfestival mit der Mannfred Mann's Earth Band in die Abendstunden hinein.

Mal schauen, vielleicht gibt's im nächsten Jahr eine Wiederholung...

Thomas